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Cumartesi, Nisan 20, 2024

Hamburg: Türkische Gemeinde gedenkt Ramazan Avci und fordert Untersuchungsausschuss

Vor 35 Jahren, Weihnachten 1985, wurde der damals 26-jährige Türke Ramazan Avcı in Hamburg von Skinheads brutal ermordet.

elbeXpress / Haber Merkezi

Bild: Türkische Gemeinde Hamburg

„Dieser Mord wurde zur Initialzündung der Gründung unseres Verbandes, damals unter dem Namen »Bündnis Türkischer Einwanderer« (TGB), erläutert Murat Kaplan, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. (heute TGH).
Ramazan Avcıs Tod ermöglichte etwas, was zu jener Zeit undenkbar schien: die gemeinsame Arbeit ganz unterschiedlicher türkischer Vereine und Interessengruppen. Jenseits aller politischen und weltanschaulichen Unterschiede einte uns damals der gemeinsame Wille, etwas gegen die verbreitete Ausländerfeindlichkeit zu unternehmen.“

Aydin Yildiz, Kassenwart der TGH, verdeutlicht bei einer weiteren ermordeten Person, dem Familienvater Süleyman Tasköprü aus Hamburg-Altona, der im Sommer 2001 vom NSU ermordet wurde, die Notwendigkeit der Aufarbeitung:

„Hamburg ist das einzige Bundesland, in dem ein NSU-Verbrechen verübt wurde, jedoch keinen Untersuchungsausschuss eingesetzt hat. Damit bleibt Hamburg das letzte Bundesland, das sich dieser Aufklärungsbemühung weiterhin verweigert. Dabei steht im Koalitionsvertrag der rotgrünen Regierung geschrieben: „Auch der Mord an Süleyman Tasköprü wirft bis heute Fragen auf und hat Narben in unserer Stadt hinterlassen“. Folgerichtig müsste der nächste Satz die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ankündigen, um jene Fragen endlich zu beantworten. Dies bleibt jedoch unerwähnt.“

Der Vorstand der TGH fordert, dass Hamburg nachzieht und einen Untersuchungsausschuss einsetzt. Die eingesetzten Untersuchungsausschüsse in anderen Bundesländern konnten die Hamburger Fragen nicht klären. Damit muss Hamburg seiner Verantwortung endlich gerecht werden. Auch müsse es in Hamburg mehr Projekte geben, die dem Rassismus und Antisemitismus begegnen. Die TGH hält die Präventive Aufklärungsarbeit für geboten. Ein beantragtes Projekt der TGH zur Prävention von Rassismus und Antisemitismus beim Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ erfuhr im vergangenen Jahr jedoch eine Absage. Für die TGH unbegreiflich.

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Aydin Yildiz, Kassenwart der TGH, verdeutlicht bei einer weiteren ermordeten Person, dem Familienvater Süleyman Tasköprü aus Hamburg-Altona, der im Sommer 2001 vom NSU ermordet wurde, die Notwendigkeit der Aufarbeitung:

„Hamburg ist das einzige Bundesland, in dem ein NSU-Verbrechen verübt wurde, jedoch keinen Untersuchungsausschuss eingesetzt hat. Damit bleibt Hamburg das letzte Bundesland, das sich dieser Aufklärungsbemühung weiterhin verweigert. Dabei steht im Koalitionsvertrag der rotgrünen Regierung geschrieben: „Auch der Mord an Süleyman Tasköprü wirft bis heute Fragen auf und hat Narben in unserer Stadt hinterlassen“. Folgerichtig müsste der nächste Satz die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ankündigen, um jene Fragen endlich zu beantworten. Dies bleibt jedoch unerwähnt.“

Der Vorstand der TGH fordert, dass Hamburg nachzieht und einen Untersuchungsausschuss einsetzt. Die eingesetzten Untersuchungsausschüsse in anderen Bundesländern konnten die Hamburger Fragen nicht klären. Damit muss Hamburg seiner Verantwortung endlich gerecht werden. Auch müsse es in Hamburg mehr Projekte geben, die dem Rassismus und Antisemitismus begegnen. Die TGH hält die Präventive Aufklärungsarbeit für geboten. Ein beantragtes Projekt der TGH zur Prävention von Rassismus und Antisemitismus beim Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ erfuhr im vergangenen Jahr jedoch eine Absage. Für die TGH unbegreiflich.

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