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Cuma, Nisan 16, 2021

HCHE: Gesundheitskiosk verbessert Versorgung in sozial benachteiligten Stadtteilen Billstedt und Horn

Eine bessere Vernetzung von medizinischer und sozialer Versorgung sowie niedrigschwellige Angebote verbessern nachweislich die Gesundheitsversorgung der Menschen in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn. Das zeigt der Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitevaluation zum Projekt INVEST, den das Hamburg Center for Health Economics der Universität Hamburg heute veröffentlicht hat.

elbeXpress / Haber Merkezi

Sozial schwache Stadtteile haben oft weniger ambulante Versorgungsangebote – und die vorhandenen Angebote orientieren sich häufig nicht ausreichend an den Bedürfnissen sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Die Folgen sind stark beanspruchte Notaufnahmen sowie eine medizinische Unter- und Fehlversorgung der Menschen.

Mit dem Projekt INVEST („Hamburg Billstedt/Horn als Prototyp für eine Integrierte gesundheitliche Vollversorgung in deprivierten großstädtischen Regionen“), das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wurde, startete 2017 in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn der Aufbau eines regionalen, integrierten Gesundheitsnetzwerks, das den Fokus auf Prävention, Gesundheitsförderung und -erhaltung richtet. Einen bundesweit einmaligen Schwerpunkt bildet der Gesundheitskiosk, eine niedrigschwellige und unterstützende Stadtteilinstitution, die die Menschen vor Ort in der jeweiligen Muttersprache bei Gesundheits- und Versorgungsfragen berät und schult. Der Gesundheitskiosk bildet eine wichtige organisatorische Schnittstelle zwischen der medizinischen Versorgung und dem Sozialraum.

Das Projekt INVEST wurde durch das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg wissenschaftlich begleitet und aus verschiedenen Perspektiven evaluiert. Die wichtigsten Ergebnisse der Evaluation sind:

Gut besuchter Gesundheitskiosk entlastet Ärztinnen und Ärzte

Mehr als jede und jeder zweite an der neuen Versorgungsform teilnehmende Versicherte (57 Prozent) hat sich während der Projektlaufzeit mindestens einmal im Gesundheitskiosk beraten lassen. Im Durchschnitt wurden dabei drei Beratungen pro Versichertem bzw. Versicherter in Anspruch genommen. Fast die Hälfte davon (40 Prozent) erfolgte zum Thema Übergewicht. Nicht nur die Nutzerinnen und Nutzer sind mit den Angeboten des Gesundheitskiosks sehr zufrieden, auch die am Projekt teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte berichten von einer Arbeitserleichterung und einer Verbesserung der Versorgung.

Verbesserter Zugang zu Versorgung und Entlastung der Krankenhäuser

Dass durch das Projekt der Zugang zur ambulanten Versorgung nachweislich verbessert werden konnte, zeigt vor allem ein Blick auf Krankenhausfälle und ambulante Arztbesuche. „Die Menschen gehen mehr in die ambulante Praxis vor Ort und weniger in die Krankenhäuser“, so Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor am HCHE. Am Ende des Projekts konnte ein Rückgang der durch eine effektive ambulante Versorgung vermeidbaren Krankenhausfälle im Vergleich zu den anderen Stadtteilen Hamburgs um fast 19 Prozent festgestellt werden. Zeitgleich ist die Anzahl der Arztbesuche in Billstedt und Horn im Vergleich zu den anderen Stadtteilen Hamburgs um durchschnittlich 1,9 Besuche pro Versichertem bzw. Versicherter und Jahr gestiegen.

„Auf Basis der bisherigen Evaluationsergebnisse empfehlen wir, INVEST in die Regelversorgung zu überführen“, sagt Prof. Dr. Eva Wild, Projektleiterin INVEST am HCHE. Die verbesserte Versorgung und Zufriedenheit von Versicherten und Akteurinnen und Akteuren der Gesundheitsversorgung zeige schon jetzt, dass INVEST ein Vorbild für andere sozial benachteiligte großstädtische Regionen in Deutschland sein kann. „Bei der Bewertung der bisherigen Evaluationsergebnisse ist aber zu berücksichtigen, dass der 18-monatige Evaluationszeitraum, gemessen an der Komplexität des Projektes, sehr kurz ist. Wir empfehlen daher, INVEST weiterhin begleitend zu evaluieren, um die langfristigen Wirkungen besser einschätzen zu können“, so Eva Wild.

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